 |
Wie ein feiner Print entsteht
Als vor rund achtzig Jahren von heute berühmten Fotografen wie Ansel Adams, Edward Weston, Paul Strand und anderen die Gruppe f-64 gegründet und als eine Art Gegengift zum abgenudelten Piktorialismus die »straight photography« zum ästhetischen Ideal erklärt wurde, zählte neben Tugenden wie Bildschärfe und Tiefenschärfe von vorn bis hinten auch die Treue zum Motiv zum Programm. Man wollte die Dinge zeigen wie sie sind, sozusagen in ihrer Essenz. Nun ist es keinem Fotografen möglich, die Dinge so zu zeigen, wie sie sie sind. Wir können sie immer nur so zeigen, wie wir sie sehen. Der Fotoapparat könnte zwar, sich selbst überlassen, sozusagen objektiv aufzeichnen, aber wir sind es ja, die ihn aus unserer subjektiven Sicht auf die Dinge richten und ihn zur Aufzeichnung des Bildes benutzen, das wir uns von den Dingen machen. Folglich haben die Vertreter der »straight photography« entgegen anders lautenden Gerpüchten, niemals auf Bildmanipulationen verzichtet, sondern schon bei der Aufnahme zum Beispiel mit Filtern gearbeitet und erst recht im Labor fleißig nachbelichtet und abgewedelt. Eben um das, was sie subjektiv als die Essenz der Dinge empfanden, auf das lichtempfindliche Papier zu bringen. Die Fotos auf dieser Seite zeigen dasselbe Motiv einmal als Negativ, dann als rohen Print und schließlich als Feinen Print, wie er im Labor, in diesem Fall mit wenigen, Manipulationen erarbeitet wurde. Siehe auch Workshops.

Das Negativ im Format 8x10 inch.

Der erste Versuch auf Oriental G2 zeigt noch ein kraftloses Bild. Nach oben fehlt der Abschluss,
die einzeln im Licht stehende Fichte, auf die es mir ankam, ist noch ohne Akzent und der Bewegung
von links oben nachts unten mangelt es an Dynamik.

Hier das Motiv eine Gradation härter auf Oriental G3 und mit den Manipulationen. Die deutlich kontrastreichere Wiedergabe steigert die Dynamik. Durch Nachbelichten ist die obere Kante jetzt geschlossen, ebenso wie die Bildecken oben und links unten. Die solitäre Fichte wurde mit einem Kartonstückchen zurück gehalten. Ein entscheidender Akzent dieses Fotos, das am besten in Formaten 40x50cm und größer wirkt.
|
- Home
- Großformatfotografie
- Das Baikal-Portfolio
- Das Projekt Heimatfotografie
- Das Projekt Heimatfotografie in Farbe
- Die großen Portraits
- Platindrucke, Kallitypien etc.
- Die Inkjet-Prints
- Feiner Print
- Meine Workshops, Kontakt
- Links
|