Platindruck, Kallitypie etc.

Seit Jahren erleben die heute als alternativ bezeichneten fotografischen Prozesse eine Renaissance, darunter die Talbotypie (Salzpapier), die Cyanotypie, der Platindruck, der Albumindruck und manche andere. Sie alle wurden in den ersten fünzig Jahren der Geschichte der Fotografie erfunden, oder sind, wie die Talbotypie, gleichalt wie die Fotografie. Ebenso ist allen gemeinsam, dass für den Druck ein Negativ im Endformat des Bildes gebraucht wird.
Dieser Umstand setzte früher entweder die Verwendung einer Groß- formatkamera voraus oder aufwändige Arbeiten im Labor zur Herstellung eines vergrößerten Negativs auf dem Weg über ein Filmpositiv. Negative für die alternativen Prozesse müssen deutlich härter sein als für normale Silber-Gelatine-Prints.
Hier verfügen wir heute dank der Digitaltechnik über einfachere Möglichkeit. Kleine Negative, eingescannt und über einen Satzbelichter in höher Auflösung im Kristallraster ausgegeben, können jetzt Vorlagen für perefekte großformatige Negative abgeben. Oder als noch neuere Entwicklung: das vergrößerte digitale Negativ aus einem Epson Desktop-Printer. Siehe die Kommentare zu den einzelnen Abbildungen. Ich veranstalte regelmäßig Workshops zu diesem Thema.

     

Mailand

Hommage für André Kertész. Platin-Palladium-druck 13x18cm auf Arches Platine.
Das 35mm-Negativ wurde eingescannt und über einen Imagesetter stochastisch gerastert
ausgegeben.

 

Rügen Alle

Allee auf Rügen. Platin-Palladium-Druck im Format 20x25cm auf Bergger COT 320. Hier wurde direkt vom 8x10-Negativ geprinted, das ich in Pyrogallol entwickelt hatte. Die gelblichgrünliche Einfärbun des Negativs durch Pyrogallol wirkt bei der Belichtung mittels UV-Licht, wie es die alternativen Verfahren erfordern, wie eine den Kontrast steigernde Maskierung. So können »Pyronegative« für alle Arbeiten verwendet werden

 

Baumfall

Der Weg nach unten. Kallitypie im Format 20x25cm auf BFK Rives. Wieder wurde direkt vom 8x10-Negativ geprinted das in Pyrogallol entwickelt worden war. Die Kallitypie auf der Basis von EisenIIIOxalat könnte man in ihren besten Ergebnissen mit einem Platindruck verwechseln. Sie ist wesentlich billiger, weil anstatt der teuren Platinsalze Silber das Bild aufbaut. Deutlich auch am Monotir zu sehen die gröbere Struktur des Papiers.

 

Kopflos Albumin

Kopflos. Albumindruck, goldgetont, vom 8x10-Negativ auf Bergger COT 320. Wieder wurde das Negativ in Pyrogallol entwickelt.

 

Kürbis Cyanotypie

Dies ist eine Cyanotypie auf Rives BFK. Das 6x7cm-Rollfimnegativ wurde eingescannt, als Bild im Computer fertig bearbeitet und, mit einer entsprechenden Kontrastkurve versehen, mit einem Epson Photo 1290 auf die Agfa Inkjet Folie als vergrößertes Negativ im Format 20x25cm ausgedruckt.
Deutlich wieder die Papierstruktur. Bei Platindruck, Kallitypie, Cyanotypie und Talbotypie sitzt das Bild nicht auf dem Papier wie beim Silber-Gelatineprint oder dem Albumindruck, es sinkt vielmehr in den Papierfilz ein, je nach der Leimung der verwendeten Papiersorte.

   

   


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Burkhardt Kiegeland
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